Jeder kann auf Zeit oder leider auch für immer ein Pflegefall werden,
sei es durch einen Unfall oder durch das Nachlaßen der Kräfte im Alter.
Der letztere Grund ist der weitaus häufigste und damit ein grundsätzliches Problem der modernen Industriegesellschaften.
Die Menschen werden zwar erfreulicherweise immer älter (die Rentenversicherung erfreut dies allerdings weniger),
aber sie haben immer weniger Kinder. Dadurch gibt es auch immer weniger Menschen,
die pflegebedürftige Angehörige pflegen können und von den vorhandenen geht noch der Prozentsatz ab,
der seine Angehörigen aus zeitlichen oder räumlichen Gründen nicht pflegen kann oder auch nicht will.
Die beste Pflegeversicherung stellen nach wie vor mehrere Kinder und ein gutes Verhältnis zu ihnen dar,
außerdem natürlich die individuelle Gesunderhaltung, aber wie gesagt, jeder kann z.B. durch einen Unfall zum Pflegefall werden.
Zu pflegen bzw. gepflegt werden zu müssen hat vier Seiten: eine gesellschaftliche,
da die Pflege bzw. die Vorbeugung gegen sie ein gesellschaftlicher Faktor ist; eine ökonomische, da
Pflege richtig viel Geld kostet und der einzelne wie die Gesellschaft insgesamt dafür Geld zurücklegen muß; eine psychische,
denn aktive wie passive Pflege stellt eine außerordentliche psychische Belastung dar; zuletzt auch eine soziale,
denn insbesondere die ggf. bis auf Null abnehmende Mobilität nicht nur des zu Pflegenden,
sondern auch des aktiv pflegenden führt zu Vereinsamung.
In der Bundesrepublik werden heute schon mindestens 2,25 Millionen Menschen gepflegt, Tendenz stark steigend („mindestens“ deswegen,
weil allein diese 2,25 Millionen Menschen offiziell als pflegebedürftig eingestuft sind,
wobei es aber eine nicht unerhebliche Dunkelziffer gibt.)! Davon sind aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung zwei Drittel Frauen.
Noch werden davon „nur“ ein Drittel in
Pflegeheimen und zwei Drittel zu hause gepflegt.
Dabei gilt es zwei gegenläufige Entwicklungen zu beachten:
auf der einen Seite gibt es weniger Kinder und damit weniger pflegende Angehörige,
auf der anderen Seite können durch die bereits seit 20 Jahren negative Real-Netto-Lohn-Entwicklung
(d.h., daß die Kaufkraft der (durchaus gestiegenen) Nettolöhne ist real gesunken.)
und die jetzt durch die Wirtschaftskrise sinkenden Löhne sich immer weniger Menschen ein Pflegeheim leisten und pflegen deshalb zu hause.
Bei den zu hause gepflegten zwei Drittel der Pflegebedürftigen erhalten wiederum zwei Drittel außschließlich Pflegegeld,
d.h. sie werden nur durch Angehörige gepflegt und ein Drittel erhält ambulante Pflege durch einen Pflegedienst.
1995 wurde der Problemkreis Pflege erkannt und eine Pflegeversicherung eingeführt.
Die gesetzlich versicherten Arbeitnehmer bekommen seitdem 0,975% vom Brutto-Einkommen abgezogen, Kinderlose sogar 1,225% (Stand jeweils ab 07/2008).
Privat versicherte haben von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich Beiträge (hier lohnt sich ein Vergleich!).
Vergleichsangebot Pflegeversicherung